Das Schloß Bellevue ist seit gestern präsidentenfrei. In 30 Tagen muss es einen neuen geben. Und schon kriechen die üblichen Verdächtigten aus ihren Löchern. Frau von der Leyen, Herr Schäuble und last but not least, Joachim Gauck. Und wieder wird er vom Volk geliebt und von der Presse hochgejazzt, zum künftigen Heiland erkoren, dieser sogenannte “Präsident der Herzen”. Zeit, mal wieder, sich mit den Details dieser Person auseinanderzusetzen.
Gauck und die DDR.
Es gab und gibt ein wesentliches Thema, an dem sich Herr Gauck auch 20 Jahre nach Niedergang, munter abarbeitet. Kurze Zusammenfassung: Die Ostsozialisierten sind geflüchtet, wer das nicht tat, war Stasispitzel. (Quelle: “Der Inquisitor” | Quelltext: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15283) Schön, dass die Welt so einfach ist. Dabei genoß doch ausgerechnet Joachim Gauck in der DDR zahlreiche Vergünstigungen selbst als selbsternannter Bürgerrechtler. Unter anderem durften seine Söhne ausreisen und trotzdem besuchsweise zurückkommen, andere Menschen wurden für solches Tun verhaftet. Er konnte sie ebenfalls im Westen besuchen. Darüber hinaus bekam er eine Importgenehmigung für einen privat genutzten VW – Transporter. Wenn das die Qualen eines Oppositionellen in der DDR waren, wo lag denn da das Problem? Da bleibt nur eine Schlußfolgerung: Herr Gauck ist ein Wendehals allererster Güte, und gemeint ist damit keineswegs der Vogel des Jahres 1988, obwohl es zeitlich natürlich auch gut hinkommt.
Auch heute noch philosophiert und spaltet er die BRD – Wirklichkeit in “gute” und “schlechte” Ossis. Zitat: „Es gibt eine stärkere Trennung zwischen Ossi und Ossi als zwischen Ossi und Wessi“ sowie “Ein Teil der Ostdeutschen sei „aufgewacht, hat sich unglaublich intensiv für Veränderungen eingesetzt, agiert mit, lässt sich wählen und wählt – und andere sind frustriert oder nostalgisch“” (Quelle: “Welt online” | Quelltext: //www.welt.de/politik/deutschland/article13807236/Gauck-sieht-starke-Trennung-zwischen-Ossi-und-Ossi.html) Klar, nostalgische, frustrierte Wessis gibt es einfach nicht. Ist wahrscheinlich genetisch bedingt. Apropros genetisch:
Gauck und Thilo Sarrazin.
Zitat: “Dem früheren Berliner Finanzsenator und Autor des umstrittenen Sachbuches „Deutschland schafft sich ab“, Thilo Sarrazin, attestierte Gauck, „Mut bewiesen“ zu haben. „Er hat über ein Problem, das in der Gesellschaft besteht, offener gesprochen als die Politik.“ Die politische Klasse könne aus dem Erfolg von Sarrazins Buch lernen, dass „ihre Sprache der politischen Korrektheit bei den Menschen das Gefühl weckt, dass die wirklichen Probleme verschleiert werden sollen“” (Quelle: “Der Tagesspiegel” | Quelltext: //www.tagesspiegel.de/politik/politik-und-gesellschaft-gauck-attestiert-sarrazin-mut/3685052.html) Die von “Politically Incorrect” (PI lt. Wikipedia) finden das richtig gut, dass Gauck als Bundespräserkandidat wieder in den Focus rückt.
Na, da hat er sich ja den Richtigen als Vorbild für klare Sprache ausgesucht. Jemanden, der der Meinung ist, die Intelligenz sei ethnienabhängig und schwere rassistische Geschütze aufführt. Was hätte denn Herr Gauck als Bundespräsident zum Thema Völkerverständigung anzubieten? ‘Mit Euch reden wir nicht, ihr seid genetisch bedingt zu dumm?’ Oder wie? Herr Sarrazin ist ja auch jemand, der gut für sich sorgen kann. Als Finanzsentaor in Berlin hatte er so grandiose Ideen wie solche, dass Hartz IV Empfänger mit warmen Pullovern den Winter auch ohne Heizung überstehen oder für 5,00 € pro Tag leckere Menüs kochen könnten. Als er bei der Bundesbank hochdotiert vollzeit arbeitete, war er schon immer so schnell fertig mit seinem Tagesgeschäft, dass er ein Buch nebenher schreiben konnte. Alles von Steuergeldern finanziert, ein wahrer Sozialschmarotzer, der von sich glaubt, Leistungsträger zu sein und anderen was erzählen zu dürfen. Apropros erzählen:
Gauck und die Stasi.
Ein weiterer kurzer Rückblick. So richtig in die Presse gekommen ist es ja nie, das “Terpe – Dossier”, welches in der “Welt” am 23.April 1991 erstmalig erwähnt und in Auszügen veröffentlicht wurde. Zitat aus dem Artikel im Freitag vom 28.04.2000: “Großen Raum nahm im Gedankenaustausch Gauck-Terpe das Problem DDR-Übersiedler ein. Terpe: “Gauck äußerte, dass er selbst in seiner Gemeinde dahingehend wirksam werden will, dass er die ihm dort bekannten Übersiedlungsersuchenden durch Gespräche, mehrmalige Gespräche beeinflussen will, damit sie in der DDR bleiben. [...] Hauptmann Terpe dankte Pastor Gauck “für seine Initiativen und für seine langfristig gute Zusammenarbeit”. [...] Pastor Gauck erklärte, das Gespräch mit Hauptmann Terpe habe ihn angenehm überrascht, es habe ihm viel gegeben. Er glaube, “dass das MfS einen echten positiven Beitrag zur Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft einbringen wird” – Auch diese Passage wäre anderen zum Verhängnis geworden. Eindeutig, so lesen sich Stasiopferakten. (Detailliertere Informationen zum Terpe – Dossier finden sich hier: “Der Inquisitor kommt“)
Er wurde übrigens unter dem Namen “Larve” geführt. Wie passend. Einerseits ist eine Larve das Jugendstadium eines Insekts, welches weder über Flügel noch Geschlechtsorgane verfügt und überall angetroffen werden kann. Andererseits handelt es sich ethymologisch um eine Gespenst. Umgangssprachlich auch um eine Maske. Übertragen haben wir es also entweder (1) mit dem inzwischen zweijährigen Übergangsstadium zum Bundespräsidenten zu tun oder (2) mit einem Gespenst, das überall angetroffen werden kann, besonders gern in euphorischen Medieberichten kurz vor Bundespräsidentenwahlen oder (3) mit einer Maske, die die wahre Persönlichkeit verdeckt.
Gauck und die Freiheit.
Da Herr Gauck in seinem ideologischen Hass auf die DDR gefangen ist, findet er im Vergleich dazu alles gut, was das kapitalistische Gesellschaftssystem so anbietet. Einschließlich verfassungsgeschützte Überwachung der Linken. Wobei er sich ja gern auf das Grundgesetz beruft, ohne zu verstehen, dass in diesem die kapitalistische Wirtschaftsordnung der BRD keinesfalls festgeschrieben ist. Sondern die Gesellschaftsform der Demokratie. Nur intelligenztechnisch minderbegabte Geister meinen, es sei dasselbe. Hass ist lediglich Symptom für fehlendes Differenzierungsvermögen. Freiheit ist ohnehin ein großes Thema für ihn. In sozialer Hinsicht preist er die individuelle Freiheit, oder anders ausgedrückt, die sich in – durch Studien dokumentierten – sozialen Verwerfungen Verhedderten dieser Gesellschaft haben dies frei gewählt resp. sind selbst schuld, je nachdem welche Perspektive man denn einnehmen möchte. Kein Wunder also dass ein Vertreter der Zweiprozentpartei FDP Wolfgang Kubicki meinte, Herr Gauck müssen unbedingt Bundespräsident werden. So neoliberale Geister verstehen sich blind. Es gibt Sätze, da weiß ich nicht ob ich lachen oder heulen soll über soviel Blödheit. Das hier ist so einer: “„Freiheit der Erwachsenen hat einen Namen: sie heißt Verantwortung.“ (Quelle: “Handelsblatt” | Quelltext: //www.handelsblatt.com/politik/deutschland/joachim-gauck-freiheit-heisst-verantwortung/6205884.html) Das heißt er benutzt “Freiheit” und “Verantwortung” synonym. (Ganz, ganz) kurzer begriffstheoretischer Gedankengang ohne Berücksichtigung von Ethik und Moral: Freiheit beinhaltet die Möglichkeit, ohne innere und äußere Zwänge frei entscheiden zu können, also autonom zu sein und agieren zu können. Verantwortung wiederum bezeichnet die Zuschreibung einer Pflicht zu einer handelnden Person oder Personengruppe gegenüber einer anderen Person oder Personengruppe aufgrund eines normativen Anspruchs, der durch eine Instanz eingefordert werden kann und vor dieser zu rechtfertigen (zu beantworten) ist. Die Handlungsfolgen können für den Handelnden zu Konsequenzen wie Belohnung, Bestrafung oder Ersatzleistungen führen. (Quelle: Wikipedia) Also meint Herr Gauck, dass wir als Erwachsene die Möglichkeit haben, uns zur Pflicht zu entscheiden? Oder wie? Ganz neuer philosophischer Ansatz wie ich finde. Nur im Internet, da braucht sie halt Grenzen, die Freiheit. Mit Grenzen ist dann das Löschen und Sperren von Internetseiten gemeint. Wahrscheinlich all’ jene, die nicht in das neoliberale Weltbild des Herrn Gauck passen. (Quelle “Abendblatt” | Quelltext: //www.abendblatt.de/hamburg/article1546598/Joachim-Gauck-Freiheit-braucht-Grenzen) Es handelt sich also um eine Art “marktkonforme Freiheit” und damit schließt er auf zur “marktkonformen Demokratie”, die Frau Merkel gern hätte. Apropros Demokratie:
Gauck und die Demokratie.
In einem “Weltonline Interview” (Quelltext: //www.welt.de/politik/deutschland/article7922299/Freiheit-ist-anstrengend-denn-man-muss-waehlen.html) wird Herr Gauck am 06.06.2010 vom Reporter gefragt, welches Tier für ihn Demokratie symbolisieren würde. Er antwortet: “Vielleicht das Maultier, das daran gewöhnt ist, unendliche Lasten zäh zu tragen, und das zugleich trittsicher und dienstbereit ist… “
Genau. Ein Maultier, was ganz brav seine Lasten schleppt und irgendwann tot zusammenbricht. Wieso erinnert mich das bloß an die Rente mit 67, die Herr Gauck ja auch befürwortet, ebenso wie den Afghanistankrieg? Dieses Demokratieverständnis zeigt sich auch, wenn Herr Gauck auf Protestierende gegen die Finanzmärkte trifft, auf Kapitalismuskritiker oder die Occupy – Bewegung. Die findet er “unsäglich albern”. Tja, was erdreisten sich die Maultiere auch, aus der Reihe zu tanzen? In Herrn Gaucks Verständnis sind die Montagsdemonstrationen 1989 in der DDR okay gewesen, weil sie sich gegen das herrschende Gesellschaftssystem richteten. Nach der Wiedervereinigung 1990 haben wir jetzt aber das richtige, weil kapitalistische Wirtschaftssystem. Und da sollte doch bitte nicht mehr demonstriert werden. Blöd nur, dass es laut Grundgesetz erlaubt ist. Aber, Herr Gauck, da läßt sich doch sicher was dran drehen, wenn Sie erst einmal an der richtigen Stelle sitzen.
Gauck und seine aktuelle Ideologie.
Zitat aus der Internetzeitung: ” Joachim Gauck ist Mitglied der Atlantik-Brücke. Der Verein fördert laut Satzung das Verständnis zwischen Deutschland und anderen Staaten, insbesondere natürlich die USA und Kanada. Derzeitiger Vorsitzender ist der markradikale und neoliberale Friedrich Merz, der mitten in der größten Weltwirtschaftskrise ein Buch herausgegeben hat, mit dem bezeichnenden Titel Mehr Kapitalismus wagen. Auf der Webseite des Vereins ist an erster Stelle ein Grußwort von George W. Bush hinterlegt, als Ehrenvorsitzender wird Dr. Walther Leisler Kiep ausgegeben. Im Vorstand sind Namen wie Prof. Dr. Michael Hüther, Roland Berger, Eckart von Klaeden oder Guido Westerwelle (Mitgliedschaft ruht während seiner Tätigkeit als Außenminister) zu finden. [...]
Ferner ist Joachim Gauck Mitglied der Deutschen Nationalstiftung. Die Stiftung hat unter anderem 10 Thesen veröffentlicht, wie unser Land umgebaut werden soll. Eine Auswahl
- Umbau der Sozialversicherungen
- Längeres Anhalten der Realeinkommen
- Deregulierung, Privatisierung allen Ortes
- Export, Export, Export fördern
- Förderung des Wettbewerbs und Privatisierung der Universitäten
- Mehr Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger
- Sozialabbau vorantreiben
- Soziale Marktwirtschaft schrittweise in eine freie Marktwirtschaft umwandeln”
Und sowas will das Volk als Bundespräsidenten? Wissen die, was sie da fordern? Deshalb:
Herr Gauck und Schluß.
Was die SPD jemals an Joachim Gauck fand und findet, der eindeutig neoliberal tickt, sagt viel über die SPD und ihren derzeitigen ideologischen Zustand aus. Sie fühlen sich berufen, die CDU rechts zu überholen. Was die CDU wiederum betrifft, scheint Herr Gauck dort nicht recht anzukommen, zumindest ist von denen aktuell nichts zu hören, so als Vorschlag für die Bundespräsidentenwahl. Dabei versicherte er Frau Merkel, dass sie von ihm nichts Kritisches zu befürchten hätte, wie ich im Juni 2010 in den Nachrichten im Deutschlandfunk hörte. In der Tat. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Da sind zwei durch eine ähnlich opportune Vergangenheit verbunden. Sie hatten im Osten nichts auszustehen, mimten zur Wende die aufrechten Bürgerrechtler und mach(t)en im Westen Karriere.
Das ist natürlich ob der dahintersteckenden Cleverness schon fast wieder zu bewundern, diese Biegsam- und Anpassungsfähigkeit von Meinung, Halt und Werten an das gerad’ Gefordert- und Gewünschte. Denken ist da nur hinderlich. Nur hat es mit Charakter nichts zu tun. Andererseits, wozu benötigen wir auch charismatische, das Gegebene kritisch hinterfragende, Visionen entwickelnde Menschen in Vorbildfunktionen? Geht doch auch so. Offensichtlich.
Und sollte in einer neuen Auflage verhindert werden. Dringend! Jetzt!
Wo sind sie, die Inseln der Vernunft?
Zumindest ein paar lassen sich finden, über die Jahre verteilt. Auf den nachdenkseiten. Bei fixmbr. Oder auf der Wahrheitsseite der taz. Aktuell auch beim freitag bzw. auf dem blog von Jacob Jung. Und in der Internetzeitung. Auch in den “Notizen aus der Unterwelt” Seit heute auf Radio Utopia eine gesammelte Zitatesammlung. Mein Favorit ist ja “Gott und die Menschen wird sich fügen” Sowie bei Twitter: #NotMyPresident und #NoGauck.
Eine Alternative in der alternativlosesten aller deutschen Welten gäbe es auch: Georg Schramm for president. Hier ist seine Bewerbung.

ich schrieb gerade an einen freund:
was den gauck angeht: mal abgesehn, das eine IM “Erika” als ossi im neuen deutschland in der obersten chefetage reicht, jetzt werden wir auch noch die “Larve” dazu kommen. und seine, dem calvinistischen denken geschuldeten, absonderungen zu Hatz4 und ocuppy oder zu ähnlichen themen, seine aktive rolle als “Transatlantiker” , lassen das schlimmste befürchten. siehe auch hier (hier besonders die kommentare: http://klausbaum.wordpress.com/2012/02/18/kandidat-der-herzen-ein-theologe-der-herzlosigkeit/ )
gerade lese ich: schramm hat gekniffen oder besser: das handtuch geworfen, ohne je in den ring gestiegen zusein, leider: http://www.youtube.com/watch?v=sC6f6OI7prY&feature=g-all-esi&context=G2a0e10dFAAAAAAAAAAA
und ich sehe keinen moralischen (was für mich eher mit empathie gegenüber den schwächsten der gesellschaft zu tun hat, weniger mit irgend welchen peinlichen mitnehmereien und/oder persönlichen umständen, wie: lebenspartner etc.) gegenpol in dieser Berliner Republik.
…mir ist nur noch übel!
biss zum nächsten mal
grüße an alle
jürgen
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Gauck war nie ein Stasi-Begünstigter. Wie man etwas Derartiges aus dem Terpe-Papier schließen kann, in dem Gauck dem ihn besuchenden MfS-Mann, der da Herbst 1988 den verzweifelten Versuch macht, den Pfarrer für die Mitarbeit zu gewinnen, eindeutig den Marsch geigt (mindestens für DDr-Kenner eindeutig), etwas Derartiges entnehmen kann, ist unerfindlich.
Es ist vielmehr richtig, dass Gaucks Kinder die DDR verlassen mussten, um studieren zu können, eben WEIL dieser Pfarrer unbotmäßig war. Das war eine Tragödie für ihn. Andere Pfarrer, die mit der Stasi kungelten, wie mW Pfr Horst Kastner, der Vater Merkels, konnten bewirken, dass ihre Kinder in der DDR studieren durften. Der MfS-Mann versucht in dem Gespräch, Gauck mithilfe des Köders, das Besuchs-Verbot der Kinder Gaucks einmal aufzuheben und deren Besuch in Rostock einmal zu gestatten, ihn für seine aussichtslose Werbung zu gewinnen. Am Ende des Papiers schlägtder MfS-Mann gar vor, den Operativen Vorgang Larve (dh die Opferakte Gauck) zu schließen und eine IM-Akte zu beginnen.
Natürlich ist das Letztere nie geschehen, da Gauck offensichtlich von dem Gespräch seiner kirchlichen Behörde vorschriftsmäßig Mitteilung gemacht hat.—Das Ganze ist eine olle Kamelle von 2000, die ohne das Geheul des selber hochbelasteten Stasi-Vertuschers P. M. Diestel ohnehin vergessen wäre. Wer’s nicht glaubt, sollte die klare Widerlegung dieses Geheuls durch den Bürgerrechtler Pfr. Wolfgang Ullmann im FREITAG 2000 lesen; siehe hier: http://www.freitag.de/politik/0019-verrutschtes-plaedoyer
M.P.
Wenn alle Kinder unbotmäßiger Eltern hätten mühelos ausreisen dürfen, wäre die DDR allerdings ziemlich leer gewesen. Also, so ungefähr wie Brandenburg jetzt. Aus meiner Anschauung und Gesprächen mit Betroffenen wurden die Menschen erst einmal massiv fertig gemacht, verloren ihren Job, nix mit höherer Schulbildung und irgendwann einmal durften sie – vielleicht. Warum die Gauck – Kinder so mühelos rauskamen ist mir schleierhaft.
Er hat den Terpe so richtig fertig gemacht? Wahrscheinlich mit solchen Sätzen: “Er glaubt aber auch, daß das MfS einen echten positiven Beitrag zur Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft einbringen wird.« sowie »Durch den Mitarbeiter wurde Gauck gebeten, ob bei ihm die Bereitschaft vorliegt, bei Notwendigkeit ein weiteres Gespräch zu vereinbaren. Gauck antwortete hierauf, daß er nichts dagegen habe, wenn der Mitarbeiter bei einem konkreten Anlaß zu ihm den Kontakt aufnehme, daß er aber zu einem ständigen regelmäßigen Kontakt nicht bereit ist, da es seiner Grundauffassung widerspreche und es zu viele Dinge gibt, die zwischen uns stehen.« Quelle: http://kommunismusblog.wordpress.com/2010/06/11/der-inquisitor-kommt/
Da er mit seiner Akte nach der Wende ziemlich lang allein war und auch beim Rausgehen nicht kontrolliert wurde, liegt der Verdacht nahe, dass dieser Teil seiner Vergangenheit nicht wirklich aufgeklärt werden kann.